PROJEKTE AB 2000 (AUSWAHL)

MARINUS

Kunstprojekt über den Reichstagsbrandstifter Marinus van der Lubbe, 2002 - 2004

Beim Projekt "Marinus" thematisierten wir einerseits den Streit um die Einzeltäterthese, der bis heute andauert, andererseits ging es um das Scheitern an sich. Van der Lubbe hat, bevor er den Reichstag angezündet hat, zwei Reisen unternommen - nach Sowjetrussland und nach China. Keines seiner Ziele hat er je erreicht. Nach dem Brandanschlag auf den Berliner Reichstag wurde er sowohl von den Nazis als auch von den Kommunisten instrumentalisiert, ohne Chance, sich zu wehren. 1934 wurde er in Leipzig hingerichtet. Mit "Marinus" beabsichtigten wir, die Mechanismen der Instrumentalisierung in die Jetztzeit zu transformieren: Marinus sollte nicht mehr als Vertreter einer Ideologie oder als aktionistischer Rebell präsentiert werden, sondern, dem heutigen Zeitgeist entsprechend, als Lifestyle-Marke, die aufgrund des Mythos' um die Person van der Lubbe entpolitisiert auf alle möglichen Produkte geklebt werden konnte.

- Leiden, Niederlande, 2002

Projektstart mit Plakataktion im öffentlichen Raum

- Leipziger Kunstverein, "Marinus", 2002

Installation / Aktion

- Ludwig Forum, Aachen, "Ich bin hier", 2002

Beteiligung an der Ausstellung "Adieu Avantgarde - Willkommen zuhaus" (Kurator: Harald Kunde)

- Galerie Born + Busse, Leipzig, "Ich bin hier", 2008

Remake der Aachen-Ausstellung, mit neuen Arbeiten

Sie rühren an den Schlaf der Welt

Zehn Jahre solitaire factory - Die Retrospektive, Leipzig, 2001

Ausstellung auf 2500 Quadratmetern im ehemaligen Messehof / Messehaus am Markt, Leipzig

Gefährliche Anlage

Installation für das Kunstprojekt "Temporäre Gärten", Schillerpark, Leipzig, 2001

"Gefährliche Anlage" aus ca. 1000 künstlichen Rosen auf Teerfläche, 4 x 4 Meter

1000 Dank!

Aktion zum 10. Jahrestag der Deutschen Einheit mit Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung, öffentlicher Raum, Volksbühne, Berlin, 3.10.2000

Im Rahmen dieser Aktion verteilte solitaire factory in Berlin (u.a. Reichstag, Brandenburger Tor, Unter den Linden, Hotel Adlon) 1000 Hustenbonbons und Dankschreiben des "Ministeriums für Wiedergutmachung".

Abraumbrücke 18 / Wiedergutmachung durch Arbeit

Tagebau Zwenkau, 9. September 2000

Der Film „Wiedergutmachung durch Arbeit“ entstand anlässlich des multimedialen Kunstprojekts „Abraumbrücke 18“, welche am 9. September 2000 im ehemaligen Tagebau Zwenkau bei Leipzig vor ca. 1500 Zuschauern stattfand. Die Veranstaltung, ein „Ein-Abend-Mahnmal aus Film, Bewegung, Licht und Ton“ war ein Projekt des KunstRäume Leipzig e.V. in Zusammenarbeit mit der Künstlergruppe solitaire factory und dem Tanztheater Leipzig.

 

Sowohl der Film „Wiedergutmachung durch Arbeit“ als auch das Dokumentationsvideo zur Veranstaltung hatten keinerlei kommerziellen Hintergrund.

 

Gesamtkonzeption, Organisation und technische Leitung: KunstRäume Leipzig e.V.

Projektleitung: Gabriele Weis

 

Konzeption, künstlerische Leitung und Musikauswahl: solitaire factory

 

Film „Wiedergutmachung durch Arbeit“: solitaire factory unter Verwendung von Archivmaterial von Thomas Schäfer und Karsten Hallebach. (Teil 1)

Kamera: Jens Pfuhler (Teile 2 und 3)

Schnitt: Mike Brandin

Sprecher: Matthias Stein, Burkhard Damrau

 

Tanz: Tanztheater Leipzig unter Leitung von Peter Hanss

Choreografie: Jonna Huttunen

Kostüme: Jonna Huttunen

 

Unter Verwendung von Musik von Patrick Doyle, Laibach, 300.000 V.K., Ministry, Anton Bruckner, Sandow und Peter Tschaikowski

 

Technische Realisierung: Thomas Birke

Licht und Ton: Thomas Hauff, Ingo Koch

 

Videodokumentation: Holger Teupel

Nachbearbeitung: Holger Teupel, Katja Schößler

Gemeinschaftsarbeiten mit Anita Kriebel

Aktuell

Illustrationen und Einbandgestaltung für das Buch "Susi brennt" von Uwe Stöß. Verlag für Freunde Leipzig, 2018